Institut - Profil

Das Institut für Sportwissenschaft

Die Sportwissenschaft in Darmstadt kann auf eine über 60-jährige Tradition zurückblicken. Bereits 1966 wird das “Institut für Leibeserziehung und Sportlehrerausbildung” gegründet, das 1974 in “Institut für Sportwissenschaft” (IfS) umbenannt wird. Zu dem bis dahin ausschließlich angebotenen Lehramtsstudiengang kam 1985 der Studiengang Magister Sportwissenschaft hinzu. Der Diplomstudiengang mit Schwerpunkt Informatik folgt 1993. Seit 1994 hat das IfS seinen Sitz in den denkmalgeschützten Gebäuden der Magdalenenstraße 27. Im Wintersemester 2009 wird der Diplomstudiengang in einen Bachelor of Science “Sport und Informatik” überführt. Eine Weiterentwicklung dieses Studiengangs in Richtung Cognitive Science findet zurzeit in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Psychologie und dem Fachbereich Informatik statt. Darüber hinaus werden seit einigen Jahre die Studiengänge Joint Bachelor of Science Sportwissenschaft und Master of Arts Sportmanagement am Institut angeboten.

Knapp 800 Studierende sind am IfS eingeschrieben (Stand: Wintersemester 2017/18). Derzeit kann ein sportwissenschaftliches Studium im Rahmen der folgenden Studiengänge begonnen werden: Lehramt an Gymnasien, Master of Education (Lehramt an beruflichen Schulen), Joint Bachelor of Arts Sportwissenschaft in Verbindung mit einem zweiten Fach und Master of Arts Sportmanagement.

Institutscomputerraum

Seit 2008 nennt das IfS außerdem zwei neu eingerichtete Laborräume in der Alexanderstraße 10 sein Eigen: Im bewegungswissenschaftlichen Labor sind 3D-Bewegungsanalysen möglich. Zur Ausstattung gehören darüber hinaus diverse Projektionsmöglichkeiten (horizontal und vertikal verstellbare Beamer) und Testapparate (z.B. Kraftmessplatten). Im sportpsychologischen Labor ist u.a. das Wiener-Testsytem installiert.

In 2011 wird, ebenfalls in der Alexanderstraße 10, ein Lauflabor eingerichtet. Es ist dem Arbeitsbereich der Sportbiomechanik zugeordnet und dient zur Erforschung von Themen zur menschlichen aber auch tierischen Bewegung.

Für die sportpraktische Ausbildung kann das Institut auf eine ganze Reihe von Sportstätten zurückgreifen. Abgesehen vom Hochschulstadion (Laufbahn, Sprung- und Wurfanlagen, Schwimmbad, zwei Fußballplätze, Multifunktionsplatz, Tennisplätze) mit den zugehörigen Sporthallen finden Praxisveranstaltungen im Fitnessstudio des Unisportzentrums (Unifit) sowie im Kletterzentrum Darmstadt statt. Die Schwimmausbildung im Winter erfolgt in Kooperationen mit den Darmstädter Bädern.

Das Institut verfügt über sechs Professuren, ca. 15 wissenschaftliche Mitarbeiter/innen und Projektmitarbeiter/innen sowie drei administrativ-technische Assistentinnen. Dazu kommen drei hauptberufliche Lehrbeauftragte des Unisportzentrums sowie über 20 nicht-hauptberufliche Lehrbeauftragte.

QuATraS (Collage)

Auch was die sportwissenschaftliche Forschung angeht, ist das IfS ganz vorne mit dabei:

Das IfS widmet sich aus verschiedenen Perspektiven der Wechselwirkung zwischen Mensch, Sport, Bewegung und Technik. An dieser Schnittstelle ergeben sich eine Reihe zukunftsweisender Fragen zu Möglichkeiten, Grenzen und Folgen der Technologisierung des Körpers (u.a. Doping, Prothetik), Digitalisierung des Sports (z.B. Serious Games, Bewegungshandeln in virtuellen Umwelten) und anderer Phänomene der Inklusion, Therapie und Optimierung von Selbst und Körper.

Vier Arbeitsbereiche (Sportpsychologie, Sportbiomechanik, Motor control and learning, Bewegungs- und Trainingswissenschaft) tragen aus einer eher naturwissenschaftlich-technologischen Perspektive zum Profil der TUDA bei. So hat das IfS in der Vergangenheit (z. B. GRK „Topologie der Technik“) und wird auch in Zukunft (z. B. geplantes GRK „Loko-Assist“ mit Kooperation von FB 3, 11, 16 und 18) einen substanziellen Beitrag zur Förderung und Unterstützung der Entwicklung des Menschen leisten. Neben dem (Leistungs-)Sport werden mit der Gesundheit, Rehabilitation und Prävention auch Alltag und Freizeit in den Blick genommen; hier ist auch eine Beteiligung an den TUDa-Aktivitäten im Rahmen der Digitalstadt Darmstadt geplant. Darüber hinaus lassen sich aktuell die Beteiligung an weiteren Projekten mit technologischen bzw. informatischen Schwerpunkten nennen (z. B. BIMROB-Projekt mit dem FB 20, Augmented Feedback zur motorischen Kontrolle bei Rückenbeschwerden mit dem FB 18).

Zwei Arbeitsbereiche (Sportsoziologie, Sportpädagogik/Sportgeschichte) tragen aus einer geistes-und sozialwissenschaftlichen Perspektive zum Profil der TUD bei. Im Fokus steht die Entwicklung multidisziplinärer Perspektiven zu den oben genannten Themen der Technologisierung, Optimierung und Digitalisierung von Körper und Sport. So beteiligte sich das IfS von 2004-2015 am Forschungsschwerpunkt der TUD „Stadtforschung“ sowie an der Graduiertenschule URBANgrad. Seit 2015 arbeitet das IfS im Rahmen der AG Interdisziplinäre Stadtforschung an der Erforschung moderner Lebensbedingungen in Städten zum Schwerpunkt Körper, Bewegung und Sport. Weitere Forschungsaktivitäten betreffen die Bereiche „Anthropotechniken im Sport“, „Körperliches Wissen“, „Körpertechnologien im Sport“ und „Extremsport“. Die national und international maßgeblichen Arbeiten zur Erhellung der Dopingproblematik im Breiten- und Spitzensport sowie zu den Möglichkeiten und Grenzen präventiver Maßnahmen sind in den letzten Jahren am IfS entstanden.

Seit 1986 organisiert das Institut jährlich das Darmstädter Sport-Forum, eine Vortragsreihe zu spezifischen sportwissenschaftlichen Fragestellungen.

Die letzten beiden großen Kongresse fanden 2016 statt. Der Arbeitsbereich Sportpädagogik richtete die Jahrestagung der dvs-Sektion Sportphilosophie mit dem Thema “Kraft, Muskeln, Geschlecht – Performanz muskulöser Körper im Spitzensport” aus. IM September 2016 folgte das 11. gemeinsame Symposium mit der dvs-Sektion Biomechanik, Sportmotorik und Trainingswissenschaft unter dem Motto “HUMAN MOVEMENT AND TECHNOLOGY”.